Was kaufen wir, wenn wir schon alles haben?

 

In unserer postmaterialistischen Gesellschaft ist es mehr oder weniger unsere Pflicht, uns diese Frage zu stellen. Wir sind schon lange der reinen Bedürfnisbefriedigung entwachsen.

 

Mangel an Gütern erleiden wir in unserer Generation und Gesellschaft nicht mehr.
Pseudoinnovationen, fragwürdiger Zusatznutzen und Preisreduzierungen laden uns dazu ein, immer mehr zu kaufen. Denn unsere Wirtschaft ist auf Wachstum ausgerichtet.
Und wenn wir ehrlich mit uns sind: Wir spielen gern mit. Nicht mehr das reine Besitzen steht im Zentrum unseres Konsums, sondern das Konsumieren selbst. Jegliche Neuanschaffung löst eine kurzfristige Befriedigung aus, angeheizt durch die Versprechen, die Marken uns geben.

Bei NOMOPOL wollen wir diesen Zustand nicht anprangern. Wir möchten aber gern dazu einladen, sich dessen bewusst zu werden. Wir haben uns zum Ziel gesetzt, die Produkte derjenigen Hersteller in den Mittelpunkt zu stellen, die keiner Innovation mehr bedürfen.
Anders als Computer und Smartphones sind Gebrauchsgegenstände wie Messer Handtücher, Geschirr, Gläser etc. handwerklich und funktional schon lange ausgereift. In ihnen stecken jahrzehntelange Erfahrung und Wissen, die durch unser Konsumverhalten drohen zu verschwinden.
Indem wir bei NOMOPOL zeigen und beschreiben, wer mit welcher Motivation hinter diesen Produkten steht, wollen wir Verständnis und Wertschätzung fördern. Denn nur durch das Wissen über diese Produkte und ihre Hintergründe können sie auch beim Kauf in Erwägung gezogen werden.


NOMOPOL_Franz-Guede-GmbH-Schleiferei-verzahnen

 

Es muss keine Geschichte um diese Produkte gesponnen werden, weil sie Geschichte schon in sich tragen. Sie halten, was sie versprechen und liefern durch ihre Anwesenheit einen wichtigen Beitrag zu nachhaltigem Konsum: Sie sind langlebig und binden damit weniger Ressourcen. Sie erhalten die Diversität der Produzentenlandschaft und entspringen nicht der Marketingabteilung eines großen Konzerns.

 

Seit Oktober 2016 sind wir mit unserer Seite am Start, auf der die Geschichten und Produkte dieser wertvollen Hersteller konsumiert werden können. Wir arbeiten permanent daran, diese Seite weiterzuentwickeln und weitere Manufakturen ausfindig zu machen. Solche, die zwar starke Güter produzieren, aber nicht über die marktschreierischen Talente von Konzernen verfügen. Aktuell sind es zwei Messer-Hersteller aus Solingen, die den Beginn unseres wachsenden Angebots an Informationen und Produkten markieren.

↓ Die Geschichten hinter den Produkten erleben ↓

Konzentration beim Wellenschliff, einer Güde-Spezialität.
Seit 1872 werden Windmühlenmesser in Solingen gefertigt.