Produkte von Iris Hantverk

Mit Fingerspitzengefühl

Bürsten und Besen zu binden ist eine Profession, die Fingerspitzengefühl und Kraft erfordert. Warum dabei auch Hunde eine Rolle spielen zeigt die Geschichte von Iris Hantverk.

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Bei einem Besuch in den Hallen von Iris Hantverk verbringt man einen guten Teil seiner Zeit – ja, richtig – gebückt. Nicht aufgrund niedrighängender Decken oder freischwebender Kopfstoßrohre, sondern vielmehr wegen der beiden Labradore, zu denen man sich immer wieder bücken oder knien möchte, bevor man zur nächsten Produktionsstation geht, in der die Bürsten von Iris Hantverk hergestellt werden. Über Hunde in Betrieben, Agenturen und anderen Firmen wundert sich heute eigentlich niemand mehr – doch Gucci und Boss sind nicht nur aufgrund ihrer extravaganten Namen etwas ganz Besonderes. Die beiden Labradore sind Blindenhunde und so viel sie auch verbindet, sie sind sich bisher nie begegnet. Einer lebt in Enskede, einem südlichen Vorort Stockholms und einer am östlichen Ende des politischen Europas: im Werk in Estland. In Narva, um genauer zu sein.

Iris Hantverk führt eine Tradition in unsere Zeit, die es in den nordischen Ländern schon seit Jahrhunderten gibt. Dort sind seheingeschränkte und –behinderte Menschen schon immer fester Bestandteil der Bürsten- und Besen-Industrie gewesen, und diese Arbeit war ein fester, sicherer Bestandteil ihres Lebens und ihres Lebenserwerbs. Blinde konnten diese Arbeit vor der industriellen Revolution zu Hause erledigen und ihre Bürsten von Händlern mitnehmen und verkaufen lassen. Iris Hantverks Geschichte selbst geht bis in das Jahr 1870 zurück und ist sehr eng mit der nordischen Tradition und dem Umschwung der Industrialisierung verbunden. Das Unternehmen entstand aus dem Zusammenschluss einiger blinder Bürstenmacher und wurde von da aus zum Marktführer Schwedens für Bürsten und Besen – und das mit meist heimischen Hölzern, Tier- und Pflanzenborsten. Iris Hantverks Produkte entstehen zwar nicht mehr in den heimischen Stuben, sondern in den Werkstätten, doch bis heute werden sie in hochwertigster Handarbeit gefertigt.

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Dass dies die Besonderheit der Firma war, das wussten auch Sara Edhäll und Richard Sparrenhök. Die frühere Einkaufschefin und der frühere Produktionsleiter entschieden sich 2012 nicht nur, die Firma zu übernehmen, sondern auch, gerade auf ihre Qualität und ihre Besonderheit zu setzen, um Iris Hantverk am Leben zu erhalten. Denn 2012 wurde die staatliche Unterstützung eingestellt, die seit Jahrzehnten den Fortbestand der Firma sicherte. Der frühere Inhaber zog in Betracht, das Unternehmen an einen Produzenten in China zu verkaufen, der an Iris als Marke interessiert war, den schwedischen Standort mitsamt seiner Tradition und den blinden Mitarbeitern jedoch aufgegeben hätte.

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Und das war der Zeitpunkt, als sich in Enskede etwas tun sollte. Als langjährige Mitarbeiter sahen Richard Sparrenhök und Sara Edhäll das deutliche Potenzial der Marke und sie erkannten, dass es eigentlich nur einiger Maßnahmen bedarf, um das Unternehmen lukrativ und unabhängig von staatlicher Finanzierung zu machen. Nur wer wirklich von einer Idee überzeugt ist, der geht so ein Risiko wie Richard und Sara ein, die ihre Häuser mit Krediten belasteten und damit sich und ihre Existenz der Unternehmung verschrieben. Als Glücksgriff ergab sich ihnen die Möglichkeit, sich mit einer ähnlichen Firma in Estland zusammenzuschließen, die ebenfalls Schwierigkeiten hatte, ihren Betrieb ohne staatliche Finanzierung zu führen. Was sich 2012 als vielversprechende Chance andeutete, zeigt sich heute als bestmögliche Win-Win-Situation. Iris Hantverk versetzte einen Großteil des Lagers nach Estland und nutzt seitdem auch den Standort als zweite Produktionsstätte. Das sparte sofort Betriebskosten ein und sicherte den ebenso blinden Mitarbeitern in Estland ihre Arbeit.

Richard Sparrenhök sitzt vorne am Eingang im Enskeder Büro. An ihm zeigt sich, wie viel Rock’n’Roll in einer mutigen Entscheidung liegen kann. Das liegt nicht nur an seiner Rocker-Vergangenheit, sondern daran, dass man schnell merkt, dass er dafür brennt, was er tut. Und das überträgt sich auf seine Kollegen und das macht die Stimmung dort so besonders. Hier ein Witz, dort ein Zuruf, überall geschäftiges Treiben. Bei Iris Hantverk vergisst man häufig, dass dort fast ausschließlich blinde Menschen arbeiten. Erinnert wird man daran gelegentlich von den Labradoren Gucci oder Boss, den Markierungen am Fußboden und der strikten Regel, keine Möbel verrücken zu dürfen.

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Durch die Hallen schallt ein stetes Hämmern zwischen den Scherzen und Absprachen der Mitarbeiter hindurch. Man sollte das Hämmern vielleicht eher als Stampfen bezeichnen, denn es kommt von den fußbetriebenen Maschinen, die die Borsten in kleine Bündel portionieren. Und diese werden dann wiederum per Hand auf der Rückseite der Hölzer und Griffe verdrahtet. Diese Art der Bindung macht die Bürsten besonders haltbar. Bei maschinell hergestellten Bürsten werden die Borsten-Bündel bloß mit einem Metallkeil in das Holz geklemmt, wenn sie aber mit Draht verwoben werden, wie bei Iris Handverk, dann haben die Borsten einen viel stärkeren Halt und sind bedeutend belastbarer. Für die spezielle Verdrahtung benötigt es besonders viel Fingerspitzengefühl und sehr sichere Handgriffe. Da kann es nicht schaden, dass die Mitarbeiter „mit den Händen sehen können“, wie Sara Edhäll ihre konzentrierte Arbeit bewundert.

 
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Für die bessere Konzentration hat jeder Mitarbeiter seine eigene Technik, sein eigenes System oder seine eigene Stütze: Einer hört Musik und summt mit, der andere telefoniert mit seiner Familie und wieder einer schwört entschieden auf literweise schwedischen – also sehr schwarzen – Kaffee. Vor der Tür sitzt gelegentlich ein junger Mann mit seiner Gitarre und spielt für die Mitarbeiter, die rauskommen und sich um ihn stellen und die warmen Sonnenstrahlen bei ein paar Liedern genießen. Zwischen den Akkorden hört man immer wieder leise brummende Töne, die von den Eingängen des Gebäudes erklingen, um den ankommenden und gehenden Mitarbeitern den Weg zu weisen. Und wenn das nicht hilft, dann gibt es immer noch Gucci und Boss.

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