Produkte von Lindner Porzellanfabrik

Die Goldbrenner

Mit dem Element Gold hat Porzellan nicht viel gemein. Allein die Tatsache, dass der Alchimist Johann Friedrich Böttger eigentlich Gold machen sollte, als er erstmals in Europa Porzellan herstellte, gibt ihm auch die Bezeichnung weißes Gold. Gold ist auch das Wirken der versierten Kenner bei der Lindner Porzellanfabrik in Küps.

 

Reich geschwungen spannt sich die Porzellanstraße durch die Oberfränkischen Berge im nördlichen Osten Bayerns. In Höhe von Hof von der Bundesautobahn gespuckt, lässt man sich mit dem Auto eine gute Stunde durch die Nadelwälder und Felder tragen, um kurz hinter Kronach den Anker zu werfen. Im beschaulichen Küps liegend, markiert die Lindner Porzellanfabrik das Ziel der Reise. Ein von der Durchgangsstraße nicht zu übersehendes Bauwerk aus den 30er Jahren lädt zur genaueren Betrachtung ein.

[image id="NOMOPOL_Lindner-Porzellan_Werner-Gossel" description="Werner Gossel"]

1929 gegründet, zählt die letzte Porzellanfabrik von Küps zu den jüngeren Vertretern der Branche, die seit der Entdeckung Böttgers im frühen 18. Jahrhundert fester Bestandteil dieser Region ist. Das reiche Vorkommen an Kaolin, dem für die Herstellung des weißen Goldes essentiellen Minerals, führte zu der hohen Dichte an Porzellanmanufakturen in Franken und Thüringen. Nicht viele Porzellanfabriken haben bis heute überlebt. Auch, weil die Erzeugnisse ihre Nutzer bei guter Pflege problemlos überdauern können, ist der Bedarf nach Servicen und opulentem Schmuckporzellan mit Abklingen der Wirtschaftswunderjahre gesunken.

Bei Lindner hatte man das Glück, immer mit den richtigen Produkten auf die sich wandelnde Nachfrage reagieren zu können. Ohne sich dessen immer gleich bewusst zu sein, wie Werner Gossel, der Senior-Chef der heutigen Lindner-Porzellanfabrik KG, zu berichten weiß. Ob es nun dem Zufall, Schicksal oder der Fügung zuzuschreiben ist, dass sich das Unternehmen den Schwankungen anpassen konnte, lässt er dahingestellt.

Fest steht, der beeindruckende Fundus an 30.000 Formwerkzeugen zur Herstellung gegossener und gedrehter Porzellan-Erzeugnisse schafft dem Familienbetrieb der Gossels die Grundlage, fast jede Anfrage bedienen zu können. Wie ein Archiv der Porzellangeschichte mutet diese Fülle an Formwerkzeugen an: Figurinen stehen neben den strengen Designs des Bauhauses, Kronleuchter neben zierlichen Eierlöffeln.

Ebenso reichhaltig zeigt sich die Vielfalt der verfügbaren Dekore. Lindner war bekannt für seine reichen und filigranen Verzierungen, die auch schon früh nach dem Krieg in Kobaltblau und edlem Gold erhältlich waren. Niemand konnte das Kobaltblau so sicher treffen wie die Lindner Porzellanfabrik, berichtet Werner Gossel. Das besondere Strahlen dieses Blaus, dass sich zwischen Ives-Klein und dunklem violett aufhält, sei nicht leicht aufzubringen. Das ist nachvollziehbar. Wer diese Farbe einmal glänzend auf der Oberfläche eines glasharten Porzellankörpers unter dem Einfluss wechselnden Lichts gesehen hat, läuft Gefahr, dem Cobalt zu erliegen.

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Erliegen kann man auch der Freundlichkeit und Bescheidenheit, mit der die 15 Mitarbeiter der Lindner Porzellanfabrik zu Werke gehen. Geübte und materialkundige Handgriffe lassen die rohe Masse in rund 100 Arbeitsschritten zum fertigen Produkt erwachsen. Je nach Grad der dekorativen Veredelung können daraus schnell doppelt so viel Arbeitsschritte werden.
Nachdem die Rohmasse in Form gebracht wurde, wird sie über 20 Stunden bei 900°C bis 1000°C gebrannt. Der danach sehr anfällige Scherben –wie man das gebrannte Porzellan auch nennt– wird nun glasiert und erneut bei rund 1400°C über Nacht gebrannt. Erst danach ist das Porzellan gebrauchsfertig. Werden nun noch Dekore angebracht erfolgt ein dritter Brand, um die gemalten Dekore fest mit dem Scherben zu verbinden.
Anders als bei gedruckten Dekoren bleiben solche gebrannten länger strahlend auf der Oberfläche des Scherben erhalten.

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Große Unternehmen an der Porzellanstraße sind längst zur Verkürzung und Zusammenlegung der Brenngänge übergegangen. Diese industrielle Fertigung lohnt sich jedoch nur bei sehr hohen Stückzahlen. Bei Lindner hält man an dem aufwändigen Verfahren fest, um flexibel auf die Bedürfnisse der Kunden reagieren zu können. Keine weitere Automatisierung der Arbeitsschritte ist geplant. Wenn eine Maschine vorhanden ist, hilft sie der Hand, ohne sie zu ersetzen.

[image id="NOMOPOL_Lindner-Porzellan_Walter-Gossel" description="Die nächste Generation, Walter Gossel"]

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Durch vieler Hände Arbeit wird hier neben der reinen Produktion auch die Handwerkskunst und das Wissen im Umgang mit Porzellan aufrecht erhalten. Die Lindner Porzellanfabrik darf sich so vielleicht nicht zu den wirtschaftlich erfolgreichsten zählen, wohl aber zu den handwerklich geschicktesten. Das ist ein Wert, den man mit Gold nicht aufwiegen kann.


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